Geschichte

Die Besiedlung des Ostertales erfolgte im 14. Jahrhundert (1324-57) auf Veranlassung der Grafen zu Erbach. Hierzu bekam jeder Ortsbürger eine geschlossene Besitzung, auf der er sein Bauernhaus errichten konnte. Geeignete Flächen wurden zu Ackerland gerodet und jeder Besitzer legte seine eigenen Wege an.

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Im Zentrum des Dorfes steht das alte Schulgebäude

So entstanden die Reihendörfer Ober- und Unter-Ostern, welche damit einen Gegensatz zu den fränkischen Siedlungen mit Haufendörfern darstellen (so z.B. Reichelsheim).

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Daneben findet sich der modern gestaltete Dorfplatz

Interessant ist die Entwicklung des Ortsnamens. Abgeleitet von Osternaha (“Die nach Osten fließende Bach”) – so erwähnt 880 – wurde Unter-Ostern 1357 als Nidern Osterna bezeichnet. 1443 wird es hingegen als Nydern Osternauwe erwähnt. 1515 lautet der Ortsname schließlich Unndern Osternn.

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Blick vom Schmelzbuckel auf das Irrbachtal

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Blick vom Dachsberg auf das angrenzende Ober-Ostern

Bemerkenswert ist ferner die Bevölkerungsentwicklung:

1461 60 Einwohner
1507 160 Einwohner
1538 90 Einwohner
1620 100 Einwohner
1806 202 Einwohner
1857 272 Einwohner
1910 333 Einwohner
1939 250 Einwohner
1946 324 Einwohner
1962 283 Einwohner
heute ca. 400 Einwohner

Heute ist Unter-Ostern ein Ortsteil von Reichelsheim im Odenwald (www.reichelsheim.de). Mit ca. 400 Einwohnern besitzt es nach wie vor den Charakter eines kleinen Dorfes. Ein größerer Wachstumsschub war hier zuletzt durch die Privatisierung des ehemaligen Feriendorfes begründet. Etwa die Hälfte der rund 120 Häuser ist heute dauerhaft bewohnt. Die restlichen werden nach wie vor als Ferienwohnungen genutzt.

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Das ehemalige Feriendorf im Formbachtal

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Ausblick vom Eckberg